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Liebe ist nicht alles

10/04/2017

Vor einer Weile habe ich beschlossen, dass Liebe und ich getrennte Wege gehen. Zumindest eine Zeit lang. Wie lang die sein wird, weiß natürlich kein Mensch, doch seit etwa zwei Jahren bin ich allein, weil ich das so will.

Es ist kein stures Bestehen darauf, es ist kein Selbstmitleid darin, keine Resignation. Mehr eine sachliche Feststellung. Dieses ganze Beziehungsding ist im Moment nicht gut für mich, es überfordert mich und macht mich oft unglücklich, selbst, wenn gefühlt alles in Ordnung ist. Das belastet mich, das belastet meinen imaginären Partner. Deshalb ziehe ich bewusst keine Gefühle für irgendwen in Betracht, die über Liebe für meine Familie und meine Kinder, ansonsten Sympathie, hinausgehen. Klar werden mir nun manche Menschen sagen, dass man echte Liebe nicht steuern kann und dass sich das alles ändern wird, wenn „die/der Richtige“ kommt. Ja, das mag sein. Ich kann nicht hellsehen. Doch im Moment könnte ich nicht unterscheiden, ob es diese „echte, wahre Liebe“ ist oder einfach ein weiteres Risiko, mich ungewollt in eine selbst verschuldete Abhängigkeit zu begeben, und würde mich weigern. 

Ich habe wegen der seelischen Versehrung lange gebraucht, bis ich allein sein konnte, ohne innerlich panisch oder hilflos durchs Leben zu trudeln. Dieses Leben, das ich jetzt habe, in dem ich mich mit mir selbst wohl fühle und meine eigene Chefin bin, ist für mich besonders. Nie habe ich es vorher geschafft, mich nach mir zu richten und nur nach mir. Sobald mir jemand wichtig ist, versucht meine innere Schraubzwinge, mich nach dessen Erwartungen auszurichten. 

Solange das so ist, lasse ich niemanden an mich ran und gebe keinem Reiz eines anderen Menschen mehr nach. Gucken ist okay, träumen erlaube ich mir noch nicht – wobei das keine bewusste Entscheidung ist: Sobald in etwas, dass ich mir wünsche oder vorstelle, ein realer Mensch eine Rolle spielt, bremst mich etwas aus, das unglücklicherweise Teil meines Unterbewusstseins ist, und mir sagt, dass ich nicht mal daran denken darf, denn irgendwer wird es erfahren und mich zum Gespött der Welt machen. Und im gleichen Moment verschwimmen alle Bilder dazu in meinem Kopf wie Wasserfarben in der Dusche. Natürlich ist das heute Quatsch, doch dieser Kopf hat das vor 20 Jahren unter grausamen Schulkindern gelernt und weigert sich bisher, umzulernen.

Zuerst arbeite ich daran, mich mir selbst nicht mehr ständig unter Wert zu verkaufen. Finde es okay, abends mit mir allein zu sein. Und lasse meinen inneren Teenager leicht verwundert zugucken.

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