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Kinderkram

27/10/2016

Mich beschäftigte heute folgende Frage:

Warum ist es okayer, alleinerziehend zu sein, als ein Kind in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder Ehe aufzuziehen?

Ich habe zwei Söhne und bin alleinerziehend. Keiner der zwei Väter (ja, zwei, buhu, Schlampe, diesdas) zeigt Interesse an seinem Kind, keines meiner Kinder hat regelmäßigen Kontakt zu einem Mann. Dennoch suchen und finden sie sich ihre Vorbilder. Dennoch entwickeln sie sich ganz normal. Dennoch geht meinem Großen nicht der oftmals typische Hang zu allen Themen von Jungs in seinem Alter ab, Beyblade, Star Wars, Ninjago.

Was wäre der Unterschied, würde ihn ein Paar von zwei Frauen großziehen, statt einer allein? Es gäbe überhaupt keinen. 

Ich kenne einen jungen Mann, der so gut wie allein eine Tochter aufzieht. Wird sie deshalb zum Mannsweib heranwachsen? Weiß er dauernd nicht, was zu tun ist? Alles Quatsch. Er kennt seine Tochter, weiß, wie sie tickt und auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Was wäre der Unterschied, würden sie zwei Männer großziehen? Keiner. Beide würden sie lieben und umsorgen, weil sie ihr Kind wäre.

Doch dann denke ich daran, wo sich die Vorurteile gegen gleichgeschlechtliche Paare wie gegen Alleinerziehende überschneiden.

„Es fehlt ein Vorbild.“

Glaubt mir, Kinder nehme sich nicht zum Vorbild, wer ihnen vorgesetzt wird, sie suchen sich ihr Vorbild selbst.

„Es fehlt die ’starke Hand‘.“

Ich hoffe, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die Sexualität keine Rolle spielt bei der charakteristischen Aufteilung einer Beziehung. Ich habe das in allzu vielen normativen Mann-Frau-Beziehungen schon zu unterschiedlich erlebt, aber existieren tut diese Verteilung immer.

„Ein falsches Weltbild wird vorgelebt.“

Bitch, please. Wer sein Weltbild für das einzig richtige hält, werfe den ersten Stein. Mein Wunschweltbild ist, dass jeder Mensch so akzeptiert wird, wie er nun mal einfach ist. Und mein Weltbild ist, dass etwa 50% aller Menschen gefälligst auf ihre Erwartungshaltung pochen, wie alle Menschen um sie herum zu sein haben.

Gleichgeschlechtliche Liebe ist genauso wenig wider die Natur wie Väter oder Mütter, die ihr Kind nicht abgöttisch lieben. Beides gehört zu uns als denkende und fühlende Menschen. 

Und ein homosexuelles Paar, das ein Kind hat, ist ein Elternpaar mit genau den gleichen Herausforderungen und Pflichten. Und verdient den gleichen Respekt wie ein heterosexuelles Elternpaar oder ein alleinerziehender Elternteil. 

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3 Kommentare
  1. drunkzombieskunk permalink

    Ich bin wöchentlich am schulen, wo jugendliche genau dieselben scheinargumente bringen warum sie ehe für alle & co. „komisch“ finden. Wunderschön wie du sie widerlegst, als hättest du unseren methodenkoffer auswendiggelernt – haste aber nicht, sondern bist einfach superklug und toll! ❤ danke für diesen wichtigen und solidarischen eintrag :*

  2. Harambe permalink

    Da Kinder aus alleinerziehenden Haushalten ein höheres Entwicklungsrisiko (z.B. Straffälligkeit) haben, wäre es sicher interessant zu sehen, wie sich Kinder aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften entwickeln.

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