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Was aber wäre, wenn?

12/01/2016

Ich habe mal wieder viel bei meiner lieben Nina gelesen, und mich beschäftigt die Frage, was wäre, wenn.

Ich bin als Mädchen geboren und fühle mich als Frau, bin also, was man auch eine Cis-Frau nennt. (Das habe ich von Fabs gelernt. Er ist ein sehr kluger junger Mann.) Ich kann mich glücklich schätzen, denn die Frage nach meiner geschlechtlichen Identität stellte sich mir nie bewusst. Aber was wäre, wenn? Kann ich mir diese Situation überhaupt bewusst machen? Ich glaube, nicht wirklich. Kann ich mir vorstellen, wie es ist, in einem Körper zu leben, der sich völlig falsch anfühlt? Kleidung und Verhalten und einen ganzen Lebensplan zu wählen, der allem widerspricht, was ich will und wünsche? Selbst, wenn ich es versuche, entstehen diffuse Bilder, denen ich nicht das Maß an Empfindungen beifügen kann, die damit einhergingen. 

Was würde ich, der Mensch, der ich bin, mit dieser Situation machen? Hätte ich den Mut, den man in dieser Gesellschaft braucht, um mich selbst nach außen zu tragen? Ich bewundere die Stärke, die Trans*menschen dafür aufbringen. Aber ich maße mir nicht an, zu behaupten „Das kann ich mir vorstellen.“, denn das kann nur, wer dieses ganze Spektrum aus Erleben und Empfinden selbst erlebt hat. Denke ich.

Ich bin überzeugt, dass dieser Weg, um einfach nur sein zu können, wie man tatsächlich ist, viel zu steinig ist und dass die gesellschaftlichen, gerade die zwischenmenschlichen Hürden zu unrecht enorm sind. Dass es unfair ist, dass ich quasi per Geburt davon frei bin, denn niemand sucht sich den Körper vorher aus. Alle sollten die gleiche Chance haben, die Erfahrungen zu machen, die uns zu Menschen machen, ohne erahnen zu müssen, was eigentlich richtig wäre, oder erfahren zu müssen, dass es geächtet wird, nicht zu sein, was von einem erwartet wird. Doch noch sehe ich die liberale Gesellschaft nicht in Reichweite, in der das möglich ist. Nicht, solange Bürokratie, Justiz, Religionen, verkalkte Wertvorstellungen und gedankenlose Vorurteile dagegensprechen. Also tu ich nur, was ich tun kann, respektiere, bestärke und achte darauf, so gut ich kann, nicht in Wunden zu bohren.

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