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Eine Woche alles anders

18/01/2015

Der Bebi ist vor einer Stunde und 20 Minuten eine Woche alt geworden.
Vor einer Woche um diese Zeit lag ich noch im Kreißsaal auf dem Bett, hatte das kleine Bündelchen, das mir die letzten Monate Beulen ins Shirt getreten hat, auf einmal im Arm, und konnte nicht fassen, dass es da ist.
Vor allem so schnell. Vier Stunden von „Ich glaub, es wird ernst“ bis „Zack, dreimal Pressen, Baby da“ sind nicht gerade viel Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen.

Mein zweites Kind ist eines, nach dem man das Drehbuch für „Beim Zweiten ist alles einfacher“ hätte schreiben können. Er lässt sich durch Lärm nicht stören, beim Stillen ist er konsequent, nimmt konstant zu und wird satt, schläft den Tag über viel und nachts mit einer kurzen Trinkpause in der Mitte klaglos acht Stunden.

Wickeln findet er doof. Generell Ausziehen ist eine ganz gemeine Bebiquälerei und wird mit viel Geschimpfe geahndet. Doch wo ich letztes Mal noch händeringend überlegt habe, was ich nur falsch mache, denke ich jetzt „Och ja, ist halt so, irgendwann merkt er, dass das gar nicht weh tut.“

Überhaupt glaube ich nicht mehr dauernd, irgendwas falsch machen zu können. Versuche nicht mehr, umständlich herauszufinden, was das komische kleine Ding denn nur haben könnte. Die Möglichkeiten sind ja doch begrenzt: „Hunger“, „Bauchweh“, „Windel nass“ oder „einsam“. Punkt 1 und 3 lassen sich am einfachsten ausschließen. Bei 2 und 4 helfen warme Arme und evtl. die richtige Trageposition.
Politischer ist so ein kleines Baby einfach nicht.

Außerdem kann ich jetzt meinen Körper wieder gebrauchen. Kann schlagartig wieder liegen und sitzen, wie und wo und solange ich will. All die kleinen Wehwehchen der letzten Wochen haben sich verflüchtigt. Das macht kräftemäßig mehr aus, als ich geahnt habe. Schlafen und essen zu können ist großartig.

Und am schönsten ist es, zu sehen, wie aus meinem großen Kind ein großer Bruder wird. Ich gebe mir alle Mühe, ihm genau soviel Zeit zu widmen wie dem Kleinen, ihn spüren zu lassen, dass er nicht weniger wichtig ist. Er ist mit sechs Jahren alt genug, um zu verstehen, dass in manchen Momenten sein Babybruder „dran“ ist, weil der eben noch nichts allein kann. Und bekuschelt, beknutscht und bewacht ihn wie einen atmenden, flauschigen kleinen Schatz.

Ja, nach den ganzen letzten Monaten voll Gejammer und „alles ist sehr doof“ kann ich gerade wirklich nicht meckern. Alles ist sehr schön. ❤

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From → Ganz viel Liebe!

2 Kommentare
  1. Ja beim Zweiten ist alles einfacher und entspannter. Wünsche eine schöne Zeit mit dem neuen Menschlein.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Kreativitätsbeschallung | larifariabel

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