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Gedankenscheiße

28/08/2014

Jedesmal, wenn ich gerade in eins dieser Löcher zu fallen drohe, arbeite ich mich rückwärts durch mein Archiv.

Wenn ich mich darin verirre, vertrauen zu wollen, meine sichere Einzelhaft mit mir selbst doch verlassen zu wollen, dann aber wieder zu merken, wieviel zu angewiesen ich auf übertriebene Sicherheit bin. Wie Panik in mir aufsteigt, weil ich sicheren, vertrauten Boden verlasse und mich in den Dschungel der Kommunikation, der Körpersprache, der Ausdrucksfähigkeit eines anderen, neuen Menschen wage. Doch ich will nicht ewig in meiner Muschel stecken bleiben, nicht länger Netz und doppelten Boden brauchen. Nicht mehr dieses Gefühl haben, zwischen der normalen Welt und einem isolierten kleinen Land mit meinen eigenen, engen Grenzen zu schweben. Diese Muschel ist meine Version der sicheren Umgebung, die PTBS mir diktiert. Und die Panikattacken meine Art, auszurasten, zu drohen und zu prügeln, wenn diese Umgebung von etwas angetastet wird.

Was wollte ich? Achja, verirrt. Verirrt im Kopf. Ich will mich freuen, über den neuen Mann in meinem Leben, über die ganzen tollen Gefühle und schönen Momente. Im nächsten Moment bekomme ich Herzrasen und werde ruhelos, weil die Möglichkeit besteht, dass ich mir das kaputt mache. Indem ich mich missverständlich ausdrücke. Irgendeinen unvorhersehbaren Fehler mache. Den erst gar nicht bemerke, bis es schon zu spät ist. So fing es damals an. Dann will ich mir zurufen „STOP“. Denn was ich da befürchte, ist eine Wiederholung einer alten Episode, damals war das so, ja. Aber der Mensch darin war ein anderer. Der unehrlich zu mir war, verschlossen und bösartig. Mich absichtlich in Fallen laufen ließ, mir Fehler vorwarf, die gar keine waren, und mich buchstäblich kriechen ließ und sie irgendwie wiedergutmachen. Mich konditionierte, aufmerksam zu beobachten, was er will, und es als gerechte Strafe durchsetzte, mich zu beleidigen, zu schlagen, einzusperren und zu quälen, wenn ich irrte.

Als meinen Fehler von damals betrachtete ich, zu früh zu sehr vertraut zu haben. Weil das immer meine Natur war. Früher.

Naiv, riskant, gefährlich oder nicht: Das bin ich gewesen, und da will ich wieder hin. Ohne kaum noch Luft zu bekommen. Ohne sofort in die Defensive zu verfallen und niemanden näher an mich ranzulassen als unbedingt notwendig. Ohne mich selbst automatisch abzuwerten.

Der Mann, den ich gerade kennenlerne, ist eine andere Welt. Das möchte ich jedenfalls glauben. So sehr anders. Ehrlich. Liebevoll. Geradeaus. Und ich will die Muschel hinter mir lassen und all die schlechten Dinge, weil ich möchte, dass er mich sieht. Nicht das, was ich glaube, sein zu müssen.

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5 Kommentare
  1. Es ist ganz und gar keine Scheiße, sondern mutig – nicht nur, das aufzuschreiben, sondern auch neues zu wagen. Ich bin stolz auf dich. ❤

  2. Alles Gute für Dich ♡

  3. muellermanfred permalink

    Die allerbesten Wünsche dafür, daß das gutgeht!

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