Skip to content

Ursachenforschung

06/03/2014

Heute habe ich was über mich gelernt. Manchmal passiert das, weil ich dauernd versuche, zu verstehen, wie ich funktioniere.

Wieso habe ich zum Beispiel die letzten zwei Tage eine dauernde Bedrohung gefühlt? Warum glaubte ich, in Gefahr zu sein, raste mein Puls, suchte ich nach Deckung, nur weil eine einzelne Person mir einen schweren Fehler unterstellte?

Ich versuchte, es jemandem außerhalb meines Kopfes zu erklären. Eine gute Idee. Denn dann suche ich nach einer Analogie oder einem faktischen Beispiel, quasi einem Präzedenzfall. Und finde manchmal sogar welche, derer ich gar nicht Gewahr war.

Wie dieser, der ein Beispiel abgibt davon, was ich mit Synapsen meine.

Es gab da pure Kontrolle. Schwer vorstellbar wahrscheinlich, weil es selbst für mich inzwischen etwas abwegig klingt, aber mein Leben bestand aus Arbeit und diesem Mann. Ich bewegte mich zwischen dem Büro und Zuhause. Alles wurde gemeinsam gemacht, er ließ mich möglichst nie aus den Augen. Und es war auch ratsam für mich, mich nicht versehentlich zu weit zu entfernen. Davon aber vielleicht mal an anderer Stelle.

Das hieß auch, dass er stets im Blick hatte und scharf in der Kritik, wie ich mich anderen gegenüber verhielt. Zu herzliche Begrüßungen, zu vertrauliche Gespräche, zu lange Unterhaltungen hatten grausame Folgen. Die Essenz dessen, was er mir in seinen Lektionen beibrachte, war: Stellst du dich gegen mich, hast du die ganze Welt gegen dich. Alle. Dann bist du allein. Ganz allein. Nichtig, egal, verachtet, niemand wird dir helfen.

Rational betrachtet weiß ich, dass mir niemand helfen konnte, weil ich niemanden in meine Nähe ließ. Und dass ich niemanden in meine Nähe ließ, war der Tatsache geschuldet, dass ich drakonische Strafen zu erwarten hatte, erführe jemand, was bei uns zuhause los war.

Doch dieses „Wissen“ meißelte sich in mein Bewusstsein. Nie käme ich heute auf die Idee, logisch zu schlussfolgern, dass ein Mensch hunderte Kilometer von hier die Macht hätte, mir mein komplettes Umfeld zum Feind zu machen. Aber unterbewusst ist diese Erinnerung da. Unterbewusst wartete ich jetzt zwei Tage lang darauf, dass meine halbe Welt entrüstet auf mich losgeht. Mich engste Vertraute verlassen, mir alle diesen Fehler vorwerfen, der gar keiner war in meinen Augen, mir alle sagen, dass ich die Schuld trage und niemand etwas mit mir zu tun haben will, weil ich nicht funktioniert habe.

Das ist nie passiert. Aber in meinen Kopf wurde eingepflanzt, dass es passieren würde. Ich muss mein Selbstbewusstsein trainieren. Damit aber genau das riskieren, was passieren würde.

Das ist die Ursache. Der Job ist jetzt, zu erleben, zu erfahren und mir immer wieder zu beweisen, dass es nicht passieren wird. Und an meiner Seite sind dafür großartige Menschen, die mir helfen, diesen Beweis zu erbringen. Meine Dankbarkeit ist mit ihnen, weil sie mit vereinten Kräften ausbügeln, was ich allein nicht schaffe, und mir helfen, mich wieder zu verstehen.

So.

Advertisements

From → Uncategorized

One Comment
  1. ❤ *umarm* <2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: