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Ein Ausflug in die Filmwelt – Los Angeles 4

01/06/2013

Tag 4 – Paramount Pictures

Für heute ist die Paramount Pictures Tour geplant. Da trifft es sich gut, wenn man schon um 6 Uhr aus dem Bett fällt – so geschehen Mama und mir.

Zum Frühstück gab es das erste Mal sehr amerikanische Waffel mit Butter und Ahornsirup – nachdem ich mir das seit Tagen vorgenommen hatte und das Waffeleisen dauernd besetzt war. Und wir reden hier nicht von den kleinen Waffeln, die es manchmal bei Omi mit Puderzucker gibt. Ungefähr 3 cm dick und unfassbar süß. Sehr lecker und fast komplett sättigend, viel ging danach nicht mehr.

Da unser Date mit der Filmwelt um halb zehn stattfinden sollte, machten wir uns um 8:20 auf den Weg – zu Fuß, das haben wir ja mittlerweile drauf. Pünktlich um 9:25 kamen wir bei Paramount an und wurden nach der Anmeldung von Matt, unserem Tourguide, in Empfang genommen.

Ausgerüstet mit einseitigem Ohrhörer, um auch wirklich alles mitzukriegen, ging es los. Zunächst mit dem Club Cart bis zu einem großen Filmtheater auf dem Gelände, in den 90ern gebaut. Dort finden bis heute große Events mit rotem Teppich statt, in der Vorhalle wurde schon so manche Szene gedreht. Ein Beispiel zeigte uns Matt auf seinem iPad, ein Ausschnitt aus einem Film mit Harrison Ford, die Vorhalle umfunktioniert zur Hotellobby. Auf Anhieb erkannten wir die gläsernen Flügeltüren der Halle, die Schauspielerleistung erst auf den zweiten Blick: Im Film scheint Mr. Ford mit jemandem am Empfangsschalter zu sprechen, tatsächlich stand er vor einer Wand in der Ecke der Halle. Auch als Bar, Lounge oder sogar Wohnzimmer sei diese Raum schon zum Dreh verwendet worden, erklärte Matt uns weiter.

Die Treppe hinauf ging es in das eigentliche Theater. Hier würden regelmäßig Filme für die Angestellten vorgeführt, zudem sei der Kinosaal technisch so ausgestattet, dass Produzenten, Regisseure und Schauspieler hier an einzelnen Szenen arbeiten oder bei öffentlichen Vorführungen die Publikumsreaktion beobachten können. Brad Pitt, Mark Wahlberg, Stephen Spielberg und andere Größen hätten schon Stunden und Tage hier verbracht.

Weiter erfuhren wir einiges über die Geschichte und Entstehung der Firma Paramount, und auch, woher das Wort „Movie Star“ eigentlich stammt: Aus Zeiten, in denen Schauspieler fest bei einer Produktionsfirma 9 to 5 als Angestellte unter Vertrag waren. Die Paramount Pictures hat stellvertretend für die ersten 22 Schauspieler die 22 Sterne im Firmenlogo. Wer also hoch hinaus wollte, wollte ein „Star“ werden.

Wieder was gelernt. Weiter führte uns der Weg vorbei an einer der drei echten Bänke aus „Forrest Gump“, auf der Tom Hanks an einem arbeitsfreien Tag vor einigen Jahren noch einmal aus Spaß ander Freude im Gump-Outfit saß und Sweets an die Angestellten verschenkt hat. Da er während des Drehs oft Stunden auf dieser Bank verbracht hat, ist es eine Sonderanfertigung mit extra gerader Rückenlehne, die es ermöglicht, sich anzulehnen, ohne den Rücken zu überlasten und ohne zu „flezen“.

Danach führte uns die Tour unter vielen weiteren kleinen Episoden durch verschiedene Bereiche, unter anderem zwei der 28 Studios dort, jeweils das Set einer mir nicht näher bekannten amerikanischen Serie. Am Tonstudio zeigte Matt auf einen Maserati „This is Brad Pitt’s car. Please stay seated!“ Mr. Pitt sei wohl am Feintuning für seinen neuen Film „World war Z“. Na immerhin haben wir sein Auto gesehen.

Wo es dann wieder spannend wurde: Es gibt einen mehrere Hektar großen Bereich mit Häuserfassaden in Leichtbauweise. Diesen Bereich können auch andere Firmen nach Belieben (und mit dem nötigen Kleingeld, für 15 000$/Tag) mieten, und er kann fast grenzenlos umgebaut werden. Hier wurde uns erklärt, mit welchen technischen Hilfsmitteln Sets künstlich vergrößert werden, um z.B. aus einer dreistöckigen Hausattrappe einen 30stöckigen Wolkenkratzer für die Schlussszene von „Vanilla Sky“ zu machen. Matt hoffte dennoch, uns nicht zu vieler Illusionen beraubt zu haben.

Danach stellte er uns noch ein Bassin für Wasser vor, in dem heute Autos parkten. Bei Bedarf können diese jedoch entfernt und das Becken in ein kleines Stück Ozean verwandelt werden. Darin sei unter anderem die Tür-Szene aus „Titanic“ gedreht worden, oder auch die Teilung des roten Meeres durch Moses. Diese allerdings sehr trickreich, nämlich rückwärts.

Auf dem letzten Stück Weg erfuhren wir noch, dass am Set zum Dreh von „The Godfather“ Teil 1&2 echte Mafia-Mitglieder anwesend waren, einerseits, weil sie sicherstellen wollten, was da über sie erzählt wurde, andererseits gaben sie schließlich echte Tipps, wie Abläufe oder Handlung geändert werden sollten, um wirklichkeitsgetreu zu werden. Lustige Symbiose!

Nach einem weiteren Studiobesuch am Set einer US-Nachmittagsserie wurden wir schließlich in den Merchandise-Store entlassen, der uns jedoch wegen der Mondpreise eher kalt ließ.

Trotzdem, ein spannender Ausflug!

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From → Reisetagebuch

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