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Lari auf großer Fahrt – Los Angeles 1

29/05/2013

Anreise & Tag 1

Ich habe jetzt monatelang gespart und erfülle mir einen Traum. 6 Tage Los Angeles. Man mag beklagen, dass das eine viel zu kurze Zeit ist für eine so lange Strecke und eine so große Stadt. Und hat damit recht. Aber Traum ist Traum und will nach 10 Jahren mal umgesetzt werden. Wiederkommen kann ich immer noch. Begleitet werde ich von meiner wundervollen Mutter. Erstens, weil ich gern Zeit mit ihr verbringe, auch und gerade im Urlaub. Zweitens, weil ich nicht ganz allein fliegen wollte. Und drittens, weil sie schon einmal in den USA war und zumindest schon zwei bis drei Ahnungen hat.

Anreise

Wären wir mit der Achterbahn hingefahren, es wäre nicht turbulenter gewesen. Nachdem wir über eine Stunde in verschiedenen Staus verbracht hatten, ereilte uns am Hamburger Flughafen das böse Erwachen: Der Flug nach Amsterdam, ursprünglich der erste Step unserer Reise, war schon weg.
Nicht umbuchbar, nicht erstattungsfähig. Das Ende des Urlaubs? Nach langen Diskussionen mit Airline und Reiseveranstalter warteten wir, frustriert und ratlos, auf dessen Rückruf. Mama schlug vor: „Wir sitzen mit Gepäck am Flughafen. Wollen wir nicht einfach woanders hin?“ Mein Geld war alle. Also, bis auf das bißchen, das als Taschengeld gedacht war. Und das gebuchte und bezahlte Hotel stand in Kalifornien. „Macht nix, mein Sparkonto ist voll.“ (Ich liebe sie für sowas.)
Dann klingelte ihr Handy. Die junge Frau vom Reiseveranstalter war dran. Wir mögen bitte mal zu British Airways gehen, die könnten eventuell noch was machen. Natürlich nur einen neuen Flug buchen. Nagut. Mama blieb bei ihrem Statement. „Mein Sparkonto ist voll.“

British Airways hat eine reizende Dame am Schalter sitzen gehabt, der jedoch beim errechnen des Preises der einzig möglichen Verbindung einige Farbe aus dem Gesicht wich: 13 000€. First Class. Mit allem. Trockener Kommentar von Mama: „Das sprengt meinen Kreditrahmen.“ Dann ein Tipp von Miss British Airways: „Versuchen Sie’s mal bei der Lufthansa. Die könnten noch was haben.“

Gesagt, getan. Wir trafen in Terminal 2 am Lufthansa-Schalter eine weitere Dame, die bemüht und ausgesprochen freundlich war. Und uns einen neuen Flug organisierte. „Boarding ist in einer Stunde, in Frankfurt müssen Sie sich sehr beeilen.“ Aber wir würden nach L.A. kommen. Sogar früher als ursprünglich geplant. Und nur einmal Umsteigen. Kostenpunkt: Knappe 2000€. Mama: „Das bezahle ich. Ich gebe doch jetzt deshalb nicht auf!“ Und, um meine Panik etwas zu entkräften: „Das Konto ist deshalb nicht leer. Ich kann ja einfach weitersparen. Das will ich jetzt so!“
(Erwähnte ich, dass meine Mutter unglaublich ist?)

Selten war ich so erleichtert. In Frankfurt angekommen, durchrannten wir gefühlt einmal den kompletten Fraport. Und erreichten unseren Flug. Der letzte Findling fiel mir vom Herzen, als wir in der Boeing 747 saßen. Hintereinander auf zwei Mittelplätzen von Dreierreihen. Egal. Total egal. Wir waren wirklich unterwegs!

10 Stunden und 50 Minuten später waren wir zusammengedrückt wie die Sardinen in der Büchse, steif vom Sitzen und trockenaugig von der Klimaanlage. Aber wir verließen das Flugzeug am Los Angeles International Airport. Fingerprint- und Netzhautscan abgeliefert, Smalltalk mit dem Grenzbeamten, Koffer gefunden, in eine 300m lange Schlange gestellt, Geld gewechselt. Das erste Mal Dollars in der Hand. Fazit: Die sehen alle gleich aus.

Draußen vor dem Airport auf der Suche nach unserem Hoteltransfer stellten wir fest, dass der Ausdruck des entsprechenden Tickets fehlte. Nagut. Dann fahren wir Taxi. Dollars haben wir ja jetzt. Da die Strecke vom LAX nach Hollywood Downtown nicht gerade einmal Hinfallen und wieder Aufsetzen ist, vergoldeten wir unsere Taxifahrt mit über 70$. Dafür war der Taxifahrer nett und gab uns schon mal eine kleine Sightseeing-Tour.

Schließlich und endlich: Unser Motel. Das Hollywood Downtowner Inn. In seiner ganzen Schönheit. Und es ist wirklich ein verborgener Schatz. Die Inhaberin, Shaila, begrüßte uns sehr herzerwärmend. Unsere Zimmereinrichtung ist etwas in die Jahre gekommen, doch es ist sauber und gemütlich. Für einen fairen Aufpreis hatten wir ein Deluxe-Zimmer, mit zwei Doppelbetten in 1,40m Breite. Das Badezimmer hat eine unheimlich praktische Dusch-Badewanne, es gibt nen Kühlschrank, Mikrowelle und Fernseher, Kaffeemaschine und Aircondition, kostenloses WLAN und sämtliche Telefonate, selbst international, sind inklusive. Soweit die Motel-Kritik.

Abends war uns nach diesem Tag nicht mehr nach viel, abgesehen von Essen und Schlafen. Wir machten uns also auf die Suche nach dem nächstbesten Irgendwas, wo man noch essen konnte, was an einem Feiertag „Tommy’s Famous Hamburgers“ wurde. Chili Hot Dog für Mama, Chili Cheeseburger für mich – wir reden hier von einem Chili, wie in Chili Bohnen z.B., nicht von dem Scharfen Gemüse – und anschließend noch eine Flasche Wein aus dem nahe gelegenen Liqour Shop.

Damit verkrümelten wir uns in unser Zimmer, statt Weingläsern gab es Pappbecher, und der Abend wurde sehr zeitig beschlossen. Jetlag sei Dank begann unsere erste, größtenteils schlaflose Nacht um etwa 21:30 Uhr.

Tag 1 – Willkommen in L.A.

Mit 9 Stunden Zeitunterschied weiß der Körper nicht so recht, wie er sich benehmen soll. Nachdem wir also etwa alle 2 Stunden wach waren, sind wir schließlich um kurz nach 6 aufgestanden. Frühstück ist erst um halb 8. Nagut. Mama schrieb an ihrem eigenen Reisetagebuch, ich meinen daheimgebliebenen Whatsapp-Kontakten, bei denen es schon Nachmittag war.

Nach einer ersten Dusche – deren System super ist, wenn man es erstmal verstanden hat – widmeten wir uns dem Frühstück. Das gibt es im House of Tacos, einem kleinen Restaurant zwei Eingänge von Motel entfernt. Rührei und Bacon, Weißbrot, gezuckerte Cerealien mit Milch, Konzentrat-Orange, typisch amerikanisch. Waffeln hätte man sich sogar selbst machen können, die habe ich aber auf morgen verschoben – akute Sättigung.
Nach dem Frühstück stürzten wir uns auf unsere erste Besichtigungstour.

Also, direkt, nachdem wir das erste Mal gebeten wurden, wegen laufender Dreharbeiten kurz stehen zu bleiben. Außerhalb des Bildes, versteht sich.

Hollywood und Sunset Boulevard, belebt, wie man sie sich vorstellt. Zwischendurch ein paar Abstecher in die Wohngegenden drum herum. Vor allem am Anfang der Hollywood Hills sind ein paar tolle Häuser. Den ersten Zwischenstop gab es in einem kleinen Donut-Laden bei Iced Vanilla Cappuccino und 22° um halb 11. Später dann eine längere Rast, fast eine entspannte Stunde in einem kleinen Coffee & Breakfast am Hollywood Boulevard. Leute gucken, Ice Coffee bzw. (Mama) Chai Latte trinken, Burrito und Obstsalat essen und dabei einfach mal Zeit haben.

Danach begann unsere erste Museumstour mit einem Dreifachticket. Das Ripley’s Believe it or not. Eine über Jahrzehnte weiterentwickelte Kuriositätenschau, wo es wirklich die erstaunlichsten Dinge zu sehen gab. Fotos folgen natürlich, aber erst von zuhause aus – die sind nämlich auf der Kamera.

Das Los Angeles Wax Museum. Mama und ich hatten natürlich tourimäßigen Spaß daran, uns mit diesem und jenem Promi abzulichten, von Harrison Ford über Nicolas Cage bis Al Pacino. Insgesamt kann ich bisher ja nur mit Mme. Tussaud’s in Berlin vergleichen und muss sagen: Pack your things and go, Madame. Das war wirklich großartig!

Den Abschluss unserer heutigen Tour gab das Guinness World Records Museum. Die meisten dürften sich darunter etwas vorstellen können, dem Rest empfehle ich Google. Doch einige der dargestellten Rekorde, wie das wenigste Gehirn bei einem Saurier (Stegosaurus), der Film mit den meistproduzierten Latexfüßen (Herr der Ringe) oder die längste Hundezunge haben schon Legendenpotenzial.

Nach einem großen Stück Pizza auf dem Rückweg zum Motel war eigentlich unser Plan, zuhause unsere frisch erworbenen Postkarten zu beschreiben und anschließend noch auf die Piste zu gehen. Als Teil 1 erledigt war, fielen wir zwei schlagartig um vor Müdigkeit, gingen beide duschen und verkrochen uns im Bett. Immerhin haben wir fast eine Stunde länger durchgehalten als gestern.

Morgen können wir bestimmt sogar abends nochmal raus. ^^

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From → Reisetagebuch

2 Kommentare
  1. Grüße an eine Mama, die gerade halb Twitterland beeindruckt… 🙂

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