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Eine kurze Geschichte davon, wie man die Welt rettet.

14/09/2012

Wenn man im richtigen Moment die Reißleine zieht, dann kann das ganz schön weh tun – stell dir vor, du fällst mit gefühlten 15000 km/h aus allen Wolken. Eben ist dir noch bald heiß, bald kalt, wie ein Orkan kommt dir die Luft entgegen, zerrt an deinen Haaren, an deinen Hosenbeinen, pfeift durch die Jackenärmel. Jeder Kubikmeter versucht, dich irgendwie oben zu halten. Trotzdem siehst du den Boden der Tatsachen immer näher kommen. Aus Mücken werden Elefanten, aus Hundehütten riesige Luftschlösser.

Plötzlich geht dein Fallschirm auf!

Im nächsten Moment wird dir der Atem geraubt. Du hängst in der Luft, zwar keinen Boden unter den Füßen, doch der Aufprall bleibt aus. Dir wird auf einmal dein Gewicht klar, als es plötzlich wie Blei an deinen Schultern hängt. Schaust nach oben.

Der Himmel war bis vor einigen Momenten noch eine sanfte blaue Weite, die dich eingehüllt hat, die dein Zuhause war. Dann begann der Absturz. Die Welt, in der du dich sicher gefühlt hast, wurde zur Bedrohung. Sie konnte dir keinen Halt mehr bieten.

Jetzt siehst du über dir nur den Schirm, zum ersten Mal bemerkst du ihn. Er war schon immer da, bereit, dich im richtigen Moment aufzufangen. Jetzt verstehst du, was er bedeutet, siehst ihn mit den Augen desjenigen, der gerettet wurde. Nicht der Himmel über ihm, der Schirm über dir ist das, was du sehen willst.

Langsam schwebst du zurück zur Erde. Der Orkan ist zu einer milden Brise geworden, die deine Wangen streift, dich wieder zu Atem kommen lässt. Noch nie war die Luft um dich so klar. Du beginnst zu erkennen, was du seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen zu haben glaubst. All die kleinen Dinge, die das Leben besonders machen, werden zu großen, schönen Blumen, die deinen Weg verzieren.

Der Mensch, der dir die Geschwindigkeit nimmt, nimmt dir auch die Angst vor allem, was zu schnell auf dich zukommt. Er fängt dich auf, wenn du es am wenigsten erwartest und es dir doch am meisten wünschst. Das mag dich so überraschen, dass es ein schmerzhafter Ruck ist. Doch er verstellt dir den hoffnungslosen Blick auf etwas, das dir eben noch gut und richtig vorkam, es aber nie wieder sein wird.

Lass es geschehen. Zurückschauen tut länger weh als der Ruck, der einem widerfährt, wenn man bereit ist, loszulassen. Je weniger man sich mit dem beschäftigt, was hinter einem liegt, beklagt, was nicht mehr zu ändern ist, desto mehr Zeit hat man dafür sich umzudrehen und das zu betrachten, was vor einem liegt. Dann kann man Berge versetzen und die unbegrenzten Möglichkeiten eines einzigartigen Lebens ausschöpfen.

Denn am Ende jeder Geschichte ist Platz für eine ganze Welt.

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