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Ein Licht am Ende des Lärmpegels

29/03/2012

Hallo meine Lieben!
Letzte Woche habe ich mich garstiger Gedanken schuldig gemacht.
Menschlich, behaupte ich.
Der merkwürdige Nachbar von oben zeigte sich (noch merkwürdiger) sehr redselig.
Ihr müsst wissen: Normalerweise ist schon ein genuscheltes ‚Hallo‘ aufgeund seiner Seltenheit ein rotes Kreuz im Kalender wert.
Da stand wohl im Nachbarhaus ein Umzug an. Stellte er auch fest – „Da zieht wohl jemand aus?“ – „Ja,“ sagte ich, „die Wohnung da hinten im Endhaus wird frei.“ und hielt das Gespräch eigentlich für beendet.
Weit gefehlt!
Er: „Ich ziehe ja auch bald aus. Zu Ostern.“
Ich: (‚Jaaaaaaaaa!!! ES GIBT EINEN GOTT!‘)
Er: „Meine Freundin bleibt hier wohnen.“
Ich: (‚Mist -.-‚)
„Öhm. Naja, sowas passiert halt.“
(‚Mistmistmist‘)
Er: „Joa.“
Dreht sich um und geht.

Mehrere Erklärungen bahnen sich jetzt ihren Weg.
1. Sorry, dass mir nix besseres eingefallen ist, aber ich habe vorher keine drei Worte mit dem Mann gewechselt und er tritt seinen Hund. Mitleid war alle.
2. Seine Olle ist eine verlogene, hypochondrische Schrulle mitte 40, die sich nicht leise bewegen kann, jede Schublade und Tür laut schließt zuwirft und bei jeder Gelegenheit mein Kind zusülzt. Junior ist drei Jahre alt! Verschont ihn noch ein wenig!
3. Er wiederum allein hat damals, während sie im Krankenhaus lag, nur am Wochenende Lärm gemacht, weil er da feiernden Besuch hatte. („Meine Freundin liegt auf der Intensiv.“ Aha. Hätte ich auch begossen, jetzt, da ich sie kenne.) Sie terrorisiert uns von morgens bis abends. Hätte uns nicht einer fragen können, wer von beiden ausziehen soll?!?
Trotzdem konnte ich es nur knapp vermeiden, triumphierend die Faust in die Höhe zu reißen. Der längere Atem hat einen Teilsieg errungen.

Das war für meine Verhältnisse ziemlich garstig. Jeder Mensch bekommt von mir eine zweite, manchmal sogar eine dritte Chance. Leider hat diese Vollzeitnulpe sie wirklich alle versemmelt. Meinen Nerven rollen sich die Fussnägel auf, wenn ich die ersten Trampelschritte des Tages höre.
Sobald ich nachmittags zuhause bin, kriege ich einen Haarspitzenkatarr nach dem anderen. Abends muss ich aus Prinzip bis in die Puppen wach bleiben, nur um mal eine Stunde meine Ruhe zu haben.
Nie habe ich das Mieterdasein mehr gehasst. Ein eigenes Haus zu haben manifestiert sich immer mehr als einzige Erlösung. Nunja.

Nächster Schritt: zukünftig bin ich für die 15 Paketboten, die jeden Tag was zu ihr bringen wollen, nicht mehr zu sprechen. Das heißt: irgendwann wird sie von Amazon wieder auf Karstadt umsteigen müssen.
Also weniger Zeit zum Staubsaugen und Türenknallen haben.
Vielleicht verläuft sie sich ja irgendwann in unserer gewaltigen Metropole.
Drückt mir die Daumen!

Liebste Grüße
Eure Lari

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